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| Fabeltiere: Von Drachen, Einhörnern und anderen mythischen Wesen von
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gut für Anfänger
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Die Sternevergabe für dieses Buch finde ich ein wenig schwierig. Zunächst einmal zum Aufbau. Das Buch gliedert sich in sieben Kapitel. Eine Einführung, dann Kapitel jeweils über Drachen, Einhörner, Greifen, Sphingen und halbmenschliche Wesen. Zuletzt noch ein Lexikon.
Die einzelnen Kapitel sind grob gefasst ziemlich ähnlich aufgebaut. Es wird ein geschichtlicher Bogen über die Bedeutung, das Vorkommen etc. des jeweiligen Wesens geschlagen, vom Altertum, über das Mittelalter, Renaissance und Neuzeit. Natürlich nicht immer so strikt, denn die Fabelwesen werden auch im Lichte der einzelnen Kulturen, in denen sie vorkommen betrachtet, z.B. chinesische Drachen, japanische Drachen und diejenigen im Christentum. Die historische Komponente verschwimmt also auch mit der Beleuchtung der einzelnen Kulturen. Außerdem wird noch sehr viel auf Heraldik (Wappenkunde) und Kunst eingegangen und wo es sich ergibt auch auf andere Aspekte, z.B. bei Einhörnern ihre Bedeutung in der Medizin.
Die Kapitel Drachen und halbmenschliche Wesen haben mir am meisten gefallen. Das über Drachen, weil es am interessantesten war, das andere aus demselben Grund und dazu noch, da es am besten geschrieben war. Dieses Kapitel gliedert sich im übrigen noch in Unterkapitel und zwar über Kentauren, Sirenen, Harpyien und Meerjungrauen. Das Lexikon zählt alphabetisch einfach viele Fabelwesen aus unterschiedlichsten Kulturen auf (wie üblich für ein Lexikon...) und erläutert mal kürzer, mal länger etwas zu ihnen. Dieser etwa 30 Seiten umfassende Teil ist ein nettes kleines Naschlage- und Stöberwerk. Die Kapitel befassen sich auch mit Mythen und Legenden, in denen Fabelwesen vorkommen, als Beispiel sei Alexander der Große und seine Himmelflug mit den Greifen genannt. Diese Teile las ich am liebsten, denn sie machen alles lebendiger und spannender. Die Erklärungen über Heraldik sind sehr interessant und enthüllen ein wenig der schwierigen mittelalterlichen Symbolik, zumindest was die betreffenden Fabeltiere angeht.
Einige Dinge haben mir aber nicht so sehr gefallen. Ich hatte das Gefühl, die Autoren werden ihrem eigenen Anspruch nicht immer gerecht. In der Einführung wird gesagt, es werden solche Fabelwesen behandelt, die über alle kulturellen Grenzen hinweg wirksam waren und vorkommen. Im Kapitel Drachen ist das auch so, aber bei den Einhörnern dagegen geht es hauptsächlich um Das Einhorn im Okzident. Ein ganz kurzer Teil (zwei Seiten) befasst sich mit dem Einhorn im Orient. Und es wird irgendwann ganz flüchtig der Quilin genannt, seine chinesische Variante. Das Buch hat sehr viele gute Illustrationen, daran mangelt es also wirklich nicht! aber leider wurde hier an der Farbe gegeizt, sämtliche Bilder sind in schwarz-weiß gehalten. Wirklich schade, etwas Farbe hätte sicher den Gesamteindruck nicht geschmälert. Problematisch ist es auch zuweilen, dass die Kapitel von verschiedenen Autoren verfasst wurden, John Cherry ist der Herausgeber und hat selbst die Einführung und den Teil über Einhörner geschrieben. Die Schreibstile unterscheiden sich untereinander teilweise doch arg. Die Übergänge sind immer eine Umstellung. Daran lag es auch, dass das lange Kapitel über Sphingen für mich sehr langweilig war. Halbmenschliche Wesen war dagegen wieder richtig gut und spannend geschrieben. Und etwas künstlerisches Wissen mitzubringen ist sicherlich auch nicht verkehrt. Denn es werden oft Kunstwerke (Bilder, Skulpturen, Monumente, Gebäude, Brücken...) genannt, an denen die jeweiligen Wesen zu sehen sind. Wenn man diese nicht kennt, nicht mal die Orte, an denen sie stehen kann es schnell zu einer langweiligen nichtssagenden Aufzählung ausarten über irgendwelche Orte auf der Welt, wo ein Fabeltier eingarviert ist.
Das Buch ist also schon interessante, informative und lesenswerte Lektüre, es klärt gut über Fabeltiere auf, aber ihm haften doch einige Makel an. Da mich diese Gegensätze bei der Sternevergabe unsicher machen bekommt es deshalb drei, die Mitte, obwohl es eigentlich mehr sind und vier doch zu viele.
Eine Rezension von P. Michalakos "Feanor" >
vom 10. April 2007 | | |
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