Paradigmenwechsel in der Beurteilung
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Alfred Rosenberg: Hitlers Chefideologe (Gebundene Ausgabe) Wie überall bemerkbar ist der Zeitgeist in starker Veränderung begriffen . Das sieht man auch in der Beurteilung des Nationalsozialismus. Unmittelbar nach 1945 wurde der Nationalsozialismus als ein ausschließlich Blut und Boden verhaftetes rückwärtsgewandtes Phänomen gesehen bis Zitelmann auf die starken Modernisierungsschübe hinwies.Auch die Studie Pipers über Rosenberg bringt einen Perspektivenwechsel. Bislang sah man in Rosenberg ein beinahe unwichtiges Epiphänomen , der in der NS-Hierarchie nirgends ernstgenommen wurde.Piper aber macht deutlich , daß Rosenberg noch vor Himmler und Hitler der eigentlich antisemitische Stichwortgeber des Systems war.Rosenberg glaubte tatsächlich beinahe religiös an ein jüdisches Weltverschwörungssyndrom .Mir selbst machte die ausführliche Pipersche Recherche deutlich , daß der psychologische Hintergrund eine tiefliegende Identitätsproblematik Rosenbergs war , das beginnt schon mit seinem jüdisch klingenden Namen und findet enorme Verstärkung in dem ethnischen Gemisch aus Polen , Russen , Balten , Deutschen und Juden , in das Rosenberg im Baltikum hineinsozialisiert wurde . Die Suche nach völkischer Homogenität ist ja letztlich eine verzweifelte Identitätssuche , wie sie überall in den stark konfliktuösen Multikulturstaatsverbänden anzutreffen ist , die nicht mehr durch gemeinsame religiöse Identitäten aufgefangen werden können.Piper wendet sich gegen Noltes Interpretation hinter dem Nationalsozialismus läge ein letztlich liberaler Europagedanken , wie er aus den europäischen Verbänden der Waffen SS herauszulesen meint. Es ist daher sehr naheliegend den Nationalsozialismus eher als quasi religiöses Phänomen zu deuten.Piper wendet sich nur mit Entschiedenheit dagegen , Rosenberg als eigentlich Liberalen sehen zu wollen , Rosenberg war nach Piper leicht nachvollziehbar von ganzem Herzen illiberal.Eigentlich ist es nicht zu verstehen , daß in der Zeitgeschichtsschreibung bislang Rosenberg weitgehend übersehen wurde. Mit gutem Recht hat sich Piper mit seiner umfangreichen Studie habilitiert.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 11. November 2005
Kundenrezensionen:
3. Paradigmenwechsel in der Beurteilung (die aktuell angezeigte Rezension)
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1. Kein großer Wurf
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